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Elektrodynamischer Kopfhörer

Technisches Prinzip eines Kopfhörers, bei dem das analoge Audiosignal eine Spule durchfließt, die sich auf einer Membran befindet. Diese Konstruktion befindet sich vor einem Dauermagneten und führt in Abhängigkeit vom Audiosignal zu Schwingungen der Membran, die an die Luft weitergegeben werden und dadurch Schall erzeugen. Dazu wird der Kopfhörer direkt an das Audiosignal, also z.B. an den Ausgang eines Kopfhörerverstärkers angeschlossen.

Die Spule stellt dabei einen gewissen Widerstand dar, auch Impedanz genannt. Diese beträgt in der Regel zwischen 4 und 600 Ohm. Die Wahl der Impedanz von Kopfhörern hängt von zwei Faktoren ab. 1.) Je höher die Impedanz, also der Spulenwiderstand ist, um so mehr Leistung des Audiosignals ist notwendig, um einen gewissen Schalldruck, zu erzielen. Tragbare Geräte arbeiten daher wegen der eingeschränkten Stromversorgung, z.B. durch Batterien eher mit niedrigen Impedanzen zwischen 8 und 30 Ohm. Bei der Nutzung von Kopfhörerverstärkern, z.B. im Studio, können auch höhere Impedanzen zwischen 200 und 600 Ohm zum Einsatz kommen. Dies lässt auch den parallelen Anschluss mehrerer Kopfhörer zu. 2.) Niedrige Impedanzen werden bauartbedingt durch die Verwendung dickerer Drähte der oben genannten Spule erreicht, durch die viel Strom fließen kann. Da sich die Spule ja auf der Membran befindet, trägt diese bei dicken Drähten jedoch eine hohe Masse und kann unter Umständen schnellen Änderungen eines Audiosignals nur weniger gut folgen. Die Verwendung eines dünneren Drahts führt zu einer geringeren Masse und kann damit zu einem neutraleren und durchgezeichneteren Klang führen. Allerdings fließt weniger Strom durch den dünneren Draht und zum Erreichen eines guten Schalldrucks werden mehr Windungen benötigt, was wiederum die Impedanz vergrößert. Die Folge ist, dass Kopfhörer gleicher Baureihe eine Herstellers mit verschiedenen Impedanzen unterschiedlich klingen und daher im professionellen Bereich für verschiedene Anwendungen unterschiedlich geeignet sind. Niederohmige Systeme sind dabei oft in der Lage niederfrequente Anteile sauber und mit hohem Schalldruck wiederzugeben, hochohmige Systeme können über den gesamten Frequenzbereich manchmal naturtreuer wiedergeben.

Im Vergleich zu den weit verbreiteten elektrodynamischen Kopfhörern, gibt es deutlich aufwändigere und teurere und damit seltener vorkommende elektrostatische Kopfhörer.

©BET-Fachwörterbuch 1992-2018. Nur für den persönlichen Gebrauch. Jede weitere Verwertung ist untersagt. Geändert am 04.12.2013

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