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Videonorm

video standard

Grundsätzlich wird eine Videonorm durch die Angabe der Zeilenanzahl, des Abtastverfahrens und der Vollbildwechselfrequenz definiert. Im Falle von SD muss die Norm um die Angabe des Bildformats ergänzt werden.

Die Zeilenanzahl von 2160, 1080 und 576 Zeilen entspricht den Angaben von UHD-1, HD und SD und definiert dadurch die Auflösung, die Detailtreue, also die Menge der Bildpunkte eines Bildes und damit auch den Betrachtungsabstand. Angegeben wird immer die Anzahl der Nettozeilen. Frühere Beschreibungen, wie beispielsweise 625 Zeilen sind nicht mehr zulässig. Die Kinonormen 4K-DCI und 2K-DCI sind ebenfalls Videonormen, die sich – die Auflösung betreffend – von UHD-1 und HD nur durch die Anzahl der Bildpunkte pro Zeile unterscheiden. Wird Videomaterial mit unterschiedlicher Zeilenanzahl gewandelt, spricht man von einer Up-, Down- oder Crosskonvertierung. Eine Änderung des Bildseitenverhältnisses ist eine Formatwandlung.

Das Abtastverfahren unterscheidet grundsätzlich zwischen der progressiven Abtastung und dem Zeilensprungverfahren. Ohne die Angabe der Vollbildwechselfrequenz einer Videonorm lässt sich keine Aussage über die Bewegtbildauflösung, also die Anzahl der Bewegungsphasen treffen. Das Abtastverfahren Progressive segmented Frame, kurz pSF, ist eine Variante der progressiven Abtastung, die nur im Bereich der SDI-Signale verwendet wird.

Innerhalb einer Videonorm ist immer die Vollbildwechselfrequenz definiert. Eine frühere Beschreibung der Halbbildwechselfrequenz, wie beispielsweise 1080i/50, ist nicht mehr zulässig. Eine Angabe von 1080/25 ist unvollständig, weil das Abtastverfahren fehlt.

Insgesamt gibt es hunderte von verschiedenen Videonormen. Die in Europa verbreitetsten Videonormen sind 1080i/25, 1080psF/25, 720p/50, 576i/25 und 576pSF/25. Die entsprechenden US-amerikanischen und japanischen Normen sind 1080i/29,97, 1080pSF/29,97, 720p/59,94, 480i/29,97 und 480pSF/29,97. Normen mit 30 Bildern pro Sekunde werden nicht verwendet, auch wenn dies früher immer so genannt wurde. Die Videonormen 1080p/50 oder 1080p/59,94 werden bei Advanced HD angewandt. Bei UHD gibt es nur progressive Normen wie 2160p/50, 2160p/25 oder 2160p/59,94 und 2160p/29,97. Die Normen 2160p/24 und 1080p/24 kommen aus dem Kinobereich, stellen aber auch eine Alternative für internationale Produktionen dar, die Varianten 2160p/23,98 oder 1080p/23,98 werden bei der Ultra HD Blu-Ray beziehungsweise bei der Blu-Ray verwendet.

Die Frage, ob es sich um ein digitales oder ein analoges Videosignal handelt, ob die Farbinformation als Komponentensignal, als RGB-Signal oder im Falle von SD als FBAS- oder Y/C-Signal vorliegt, ist von der Videonorm ebenso unabhängig, wie die Frage, ob die Farbauflösung bei der Aufzeichnung aus Gründen der Datenrate verringert wird.

Die Kennzeichnung der in Europa verwendeten Videonorm mit dem Begriff PAL war noch nie wirklich korrekt. Das PAL-Verfahren beschreibt ein Farbcodierverfahren, das von der Videonorm immer unabhängig zu sehen ist. Das dabei verwendete FBAS-Signal wird schon seit Jahren nicht mehr für die Produktion oder die Aufzeichnung benutzt. Außerdem ist PAL nur in Verbindung mit SD möglich. Aud den gleichen Gründen ist der Begriff NTSC für die Beschreibung der US-amerikanischen oder japanischen Norm ebenfalls nicht korrekt.

Vergl. Videostandard, Videosignalformat.

©BET-Fachwörterbuch 1992-2018. Nur für den persönlichen Gebrauch. Jede weitere Verwertung ist untersagt. Geändert am 16.10.2016

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