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Pulfrich-Effekt

Verfahren, das auf einer optischen Täuschung beruht. Helle Bilder werden vom Auge früher wahrgenommen als dunkle. Eine Pulfrich-Brille dunkelt den Blick des rechten Auges ab und lässt den Blick des linken Auges unbeeinträchtigt. Findet dann eine seitliche Bewegung des Objekts oder der Kamera von rechts nach links statt, so errechnet das Gehirn aus diesen scheinbar auseinander liegenden Bildphasen einen räumlichen Bildeindruck. Der – auf einer optischen Täuschung beruhende Pulfrich-Effekt – funktioniert aber nur bei ständig stattfindenden Kamerabewegungen und stellt damit für Regisseure sicher eine nicht unerhebliche künstlerische Einschränkung dar. Darüber hinaus wird der Sehsinn besonders angestrengt und Kopfschmerzen bleiben nicht aus. Eine spezielle Technik ist für die Produktion jedoch nicht notwendig und entsprechende Filme können auch ohne Brille in ihrer Originalfarbe betrachtet, bzw. die Brille auch bei „normalen“ Filmen mit viel Bewegung eingesetzt werden. Das Pulfrich -Verfahren wurde in seiner kommerziellen Form – auch Nuoptics genannt – Anfang der 90er Jahre in einigen Fernsehsendungen getestet. Der Name geht auf den Physiker Carl Pulfrich zurück, der das Phänomen um 1920 herum entdeckte.

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