Anmelden

Online-Lexikon

Progressive Abtastung

progressive scanning

Abtastverfahren von Bildern in elektronischen Kameras und Filmabtastern. Dabei entstehen nur Vollbilder, deren Zeilen nacheinander von oben nach unten abgetastet und übertragen werden. Eine Aufteilung in Halbbilder mit zeitlich verschiedenen Bewegungsphasen, wie beim Zeilensprungverfahren, gibt es nicht. Örtlich aufeinander folgende Zeilen werden auch direkt nacheinander übermittelt. Progressive Signale haben im Wesentlichen drei technische Vorteile: Eine höhere Vertikalauflösung bei stehenden und wenig bewegten Bildern, kein Kantenflimmern und eine effektivere Möglichkeit zur Datenreduktion.

Standardmäßig weist progressiv aufgenommenes Material mit 25 Vollbildern pro Sekunde bei HD und SD gegenüber Material, das mit dem Zeilensprungverfahren entstanden ist und aus 50 Halbbildern besteht, nur halb so viele Bewegungsphasen auf. Dadurch ergibt sich ein deutlicher Ruckeleffekt, der oft als Teil des so genannten Filmlooks beschrieben wird. Tatsächlich unterscheidet sich aber das Ruckeln, das die Technik einer Filmkamera verursacht, sichtbar von dem eines elektronisch erzeugten Materials. Weil jedes der 25 Vollbilder bei progressiver Abtastung mit einer Belichtungszeit von nur 1/25 Sekunde aufgenommen wurde, ist die Bewegungsschärfe progressiver Bilder nur halb so groß wie die von Bildern, die nach dem Zeilensprungverfahren mit einer Belichtungszeit von 1/50 Sekunde entstanden sind. Außerdem zeigen die Bilder einen Nachzieheffekt. Für einen vergleichbaren Schärfeneindruck muss bei progressiver Aufzeichnung die Belichtungszeit ebenfalls auf 1/50 Sekunde gestellt werden, was bei der Aufnahme den Verlust von einer Blendenstufe nach sich zieht.

Bei HD sind auch progressive Normen mit 50 Vollbildern möglich. Diese zeigen selbst bei schnellen Bewegungen keinerlei Ruckeln, allerdings verdoppelt sich die benötigte Datenrate gegenüber den Verfahren mit 25 Voll- oder 50 Halbbildern.

Ein echt progressives Signal, so wie es in einer elektronischen Kamera entsteht, ist für eine Weiterverarbeitung in Studiogeräten grundsätzlich nicht geeignet. Daher werden in der Praxis die Normen 576p/25 und 1080p/25 nach dem Progressive segmented Frame-Verfahren – kurz psF genannt – in die Normen 576psF/25 und 1080pSF/25 umgewandelt. Die Normen 1080p/50 und 720p/50 bleiben davon unberührt.

Sinngemäß gelten diese Angaben auch für die in den USA und Japan verwendeten Normen mit 29,97 bzw. 59,94 Hz. Ggs. Zeilensprungverfahren.

©BET-Fachwörterbuch 1992-2018. Nur für den persönlichen Gebrauch. Jede weitere Verwertung ist untersagt. Geändert am 10.09.2008

zurück zur Liste