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NTSC-Verfahren

Farbcodierverfahren eines FBAS-Signals. Im Gegensatz zum PAL-Verfahren können die auf der Übertragungsstrecke entstehenden Phasenfehler im Empfänger nicht ausgeglichen werden. Es kommt daher zu erheblichen Farbtonsprüngen bei wechselndem Empfang verschiedener Fernsehsender. Das Verfahren wurde 1953, vor allem in den USA und Japan, für die Produktion und die terrestrische Ausstrahlung des Fernsehens eingeführt und war kompatibel zu dem bis dahin verwendeten Schwarz/Weiß-System.

Die gleichzeitige Übertragung von Helligkeit und Farbe führt jedoch in Fernsehgeräten wegen des Farbträgers zu Cross Colour- und Cross Luminance-Störungen und zu einer Verminderung der Videofrequenzbandbreite von 4 MHz auf etwa 3 MHz. Die analoge Fernsehausstrahlung per Kabelfernsehen oder Satellitenübertragung findet in den USA nach dem Fernsehsysteme NTSC-M statt.

Das NTSC-Verfahren existiert nur bei SD. Wegen der geringeren Auflösung der Videonorm 480i/29,97, der oben beschriebenen Problematik und der fehlenden Weiterentwicklung des NTSC-Verfahrens, war der Druck in den USA und Japan, eine digitale Fernsehausstrahlung und HD frühzeitig einzuführen, viel größer als in Europa.

Der Begriff NTSC alleine ist keine eindeutige Beschreibung eines Fernsehsystems. Das in Japan verwendete System wird umgangssprachlich manchmal NTSC-J genannt, unterscheidet sich aber nur geringfügig vom US-amerikanischen NTSC-M-Verfahren. Die umgangssprachliche Verwendung des Begriffs PAL als Unterscheidung zu HD ist falsch und kann höchstens als Synonym verstanden werden.

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