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MS-Verfahren

Mitten/Seiten-Signal. Verfahren der Intensitätsstereofonie. Die Aufnahme eines Schallereignisses geschieht mit zwei Mikrofonen. Das Mittenmikrofon hat eine beliebige Richtcharakteristik, das Seitenmikrofon immer eine Acht-Charakteristik. Dabei ist das Mittenmikrofon auf das Zentrum der aufzunehmenden Schallquelle gerichtet, das Seitenmikrofon im horizontalen Winkel von 90° zum Mittenmikrofon gedreht. Beide Mikrofone werden direkt übereinander, senkrecht zueinander stehend, angeordnet. Es gibt auch so genannte Stereomikrofone, die diese Anordnung innerhalb eines gemeinsamen Mikrofongehäuses unterbringen. Daher eignet sich das Verfahren ebenfalls für das Angeln, auch wenn der Aufwand dabei höher ist als bei einer monofonen Aufnahme.

Bei einer MS-Aufnahme entstehen ein kompatibles monofones Mittensignal auf Kanal 1 sowie ein zusätzliches Seitensignal auf Kanal 2. Die Links/Rechts-Informationen sind also darin verschlüsselt. Für eine Wiedergabe bzw. für das Abhören müssen die MS-Signale umgewandelt werden. Es ist möglich, für eine Tonbearbeitung das MS-Signal zu belassen. So steht an jeder Stelle ein kompatibles Monosignal zur Verfügung. Diese Arbeitsweise bedingt jedoch, dass an jeder Stelle, an der das Signal abgehört werden soll, eine MS-Dematrix vorhanden sein muss. Möchte man diese Vorteile des MS-Verfahrens nutzen und werden aber am Drehort keine MS-Mikrofone verwendet, so können z.B. die Mikrofonsignale des XY-Verfahrens mit einer MS-Matrix in ein MS-Signal gewandelt werden.

©BET-Fachwörterbuch 1992-2019. Nur für den persönlichen Gebrauch. Jede weitere Verwertung ist untersagt. Geändert am 10.09.2008

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