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MPEG-4

1999 veröffentlichtes Videocodierformat nach dem MPEG-Standard. Der Begriff MPEG-4 alleine sagt aber noch nichts über den tatsächlichen Standard aus. Im Laufe der Zeit wurden viele Aktualisierungen und Neuentwicklungen normiert, die in so genannte „Parts“ aufgeteilt sind. In der Praxis sind im Wesentlichen zwei Parts im Einsatz. Dazu zählt das Verfahren MPEG-4/Part 2 mit dem unter anderem das MAZ-Format HDCAM SR arbeitet.

Im weiteren Verlauf der Entwicklung entstand im Jahre 2003 MPEG-4/Part 10 Advanced Video Coding (AVC). Dieser Standard wird z.B. vom Hersteller Panasonic für sein Videocodierformat AVC-Intra 100 verwendet. MPEG-4/Part 10 kommt aber auch bei der digitalen Fernsehausstrahlung von HD-Signalen z.B. über DVB-S2 zum Einsatz. Der Part 10 ist gegenüber dem Part 2 wesentlich effizienter, erfordert aber auch einen sehr hohen Rechenaufwand.

im Detail wurden bei MPEG-4 gegenüber MPEG-2 folgende Punkte verbessert: Die DCT ist nun an die Komplexität des Bildes anpassbar. Das heißt, dass z.B. grobe Bildteile nicht so viele Daten erzeugen und die dort gesparte Datenmenge für Bildteile höherer Auflösung verwendet werden kann. Die von der DCT typischen, durch Blockstrukturen verursachten, unerwünschten Effekte werden bei MPEG-4 durch eine Blockgrenzenverwischung verbessert. Außerdem wurde die so genannte Entropie weiterentwickelt, die die nach der Datenreduktion verbliebenen Daten noch effektiver speichert.

Die Videocodierformate MPEG-4/Part2 und MPEG-4/Part10 dürfen nicht mit dem Containerformat MPEG-4/Part 14 verwechselt werden.

©BET-Fachwörterbuch 1992-2019. Nur für den persönlichen Gebrauch. Jede weitere Verwertung ist untersagt. Geändert am 18.02.2015

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