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MPEG-2/Part 2

1994 eingeführtes Videocodierformat nach dem MPEG-Standard. Gegenüber MPEG-1 werden z.B. das in der Fernsehwelt verwendete Interlaced Scanning und verschiedene Bildseitenverhältnisse wie z.B. 16:9 berücksichtigt. Zusätzlich können wesentlich höhere Qualitäten und Datenraten – bis maximal zu einer HD-Auflösung – verarbeitet werden. Die maximale Datenrate war zunächst auf 15 Megabits pro Sekunde beschränkt, kann aber bis über 100 Megabits pro Sekunde betragen. Dabei ist ein Datenreduktionsfaktor von etwa 100:1 möglich.

Für unterschiedliche Anforderungen gibt es verschiedene Qualitätsstufen, die in so genannte Levels und Profiles unterteilt sind. Dabei sind nur bestimmte Kombinationen von Levels und Profiles definiert. Vgl. Low Level, Main Level, High 1440 Level, High Level. Simple Profile, Main Profile, SNR-Profile, Spatial Profile und High-Profile. So wird z.B. auf einer DVD das MPEG-Signal Main Profile mit Main Level bei einer Datenrate von etwa 10 Megabits pro Sekunde verwendet, das dann als MP@ML bezeichnet wird. Bei der Ausstrahlung per DVB wird hauptsächlich ebenfalls das Main Profile eingesetzt.

Da für die Anforderungen bei der Produktion die Datenrate von 15 Megabits pro Sekunde nicht immer ausreicht, wurde eine Variante, ein so genanntes „Studioprofile“, geschaffen, auch oft 422P@ML genannt. Damit arbeiten z.B. die beiden MAZ-Formate Betacam-SX und IMX. Letzteres verwendet eine besondere Form, das 422P@ML, I-frames only-Format bei einer Datenrate von 50 Megabits pro Sekunde.

Eine Weiterentwicklung stellt das MPEG-4/Part 10-Verfahren dar, jedoch wird auch MPEG-2/Part 2 wegen seiner geringen Ansprüche an die Leistungsfähigkeit der Rechner bei der Datenreduktion parallel verwendet.

©BET-Fachwörterbuch 1992-2019. Nur für den persönlichen Gebrauch. Jede weitere Verwertung ist untersagt. Geändert am 25.06.2018

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