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Horizontale Austastlücke

horizontal blanking interval

Teil der Zeile eines Videosignals ohne Bildinhalt. In der Produktion werden in diesem Bereich bei digitalen Videosignalen z.B. Toninformationen in Form von Embedded Audio übertragen. In der horizontalen Austastlücke analoger Videosignale sind zusätzlich auch die für eine analoge Signalverarbeitung wichtigen Synchronimpulse untergebracht, bei digitalen Videosignalen enthält sie die digitalen Synchroninformationen SAV/EAV sowie die Fehlererkennung EDH.

Die horizontale Austastlücke der Videonorm 576i/25 beträgt bei digitalen Videosignalen 144 Bildpunkte pro Zeile, bei analogen Videosignalen gibt man die Zeit von 12 µs an, weil es keine definierten Bildpunkte gibt. Die Breite bzw. Dauer der horizontalen Austastlücke bei den verschiedenen HD-Normen ist sehr unterschiedlich. Bei den Normen 1080i/25, 1080i/30 und 720p/50 beträgt sie 720, 280 bzw. 700 Bildpunkte. Mit dieser variierenden Länge wird, trotz verschiedener Bildwechselfrequenzen, immer die gleiche Datenrate erreicht. Damit können alle HD-Normen über eine gemeinsame Schnittstelle, das HD-SDI-Signal, übertragen werden. Bei der Speicherung von Videosignalen oder bei der digitalen Fernsehausstrahlung werden die Bildpunkte der horizontalen Austastlücke nicht berücksichtigt, da ansonsten die Datenmenge unnötig vergrößert würde. Die Daten des Embedded Audio-Signals werden bei der Speicherung dann an anderer Stelle untergebracht.

Die horizontale Austastlücke stammt aus der frühen Zeit des Fernsehens, in der Röhrenmonitore die Zeit der horizontalen Austastlücke für den Zeilenrücklauf benötigten. Ggs. Vertikale Austastlücke.

©BET-Fachwörterbuch 1992-2019. Nur für den persönlichen Gebrauch. Jede weitere Verwertung ist untersagt. Geändert am 01.12.2014

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