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HDCAM

Digitales MAZ-Format für HD mit 1080 Zeilen. HDCAM zeichnet ein digitales Komponentensignal nach dem Verfahren 3:1:1 mit einer 8-Bit-Quantisierung auf. Die Farbauflösung des HD-SDI-Signals mit 4:2:2 wird also nicht vollständig aufgezeichnet. Dadurch ist HDCAM für eine besonders hochwertige Bearbeitung, z.B. für eine Auswertung im Kino, nur eingeschränkt geeignet. Die Datenreduktion nach einem dem JPEG-Standard ähnlichen Verfahren ergibt im Falle der Videonorm 1080i/25 mit einem Datenreduktionsfaktor von 4,4:1 eine Videonettodatenrate von 117 Megabits pro Sekunde. Das Format verarbeitet vier PCM-Töne mit 20 Bits.

Die Bandaufzeichnung geschieht auf kleine und große Kassetten mit einer Magnetbandbreite von ½ Zoll und einer maximalen Spieldauer von 48 bzw. 149 Minuten. Einige HDCAM-Maschinen können auch die Formate Digital Betacam, IMX, Betacam SX, Betacam SP und Betacam wiedergeben. HDCAM, oder auch D11, wurde 1997 von Sony eingeführt und ist bei Rundfunkanstalten und Videoproduktionsfirmen sehr verbreitet. Es konkurriert mit dem DVCPRO HD-Format.

HDCAM-Maschinen können über SDTI das einmal datenreduzierte Signal auf eine zweite HDCAM-Maschine nativ ohne qualitative Verluste überspielen. HDCAM ist jedoch kein Videocodierformat und kann daher nicht grundsätzlich über den gleichen Weg auf eine Festplatte oder auf Schnittsysteme verschiedener Hersteller übertragen werden. Der Nachfolger von HDCAM ist HDCAM SR.

©BET-Fachwörterbuch 1992-2018. Nur für den persönlichen Gebrauch. Jede weitere Verwertung ist untersagt. Geändert am 01.12.2014

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