Online-Lexikon

Filmbearbeitung

Die Filmbearbeitung beim Fernsehen besteht heute im Wesentlichen nur aus der Filmabtastung des Negativfilms und der dabei entstehende Übertragung auf ein MAZ-Band oder auf eine Festplatte. Für besonders hochwertige Produktionen wird eine Nassabtastung vorgenommen, die bestimmte Filmschäden kompensiert. Diese Negativabtastung ergibt in der Bearbeitung die größte Möglichkeit der Beeinflussung von Farbe und Gradation des Films. Ebenso vermeidet sie Verluste, die durch die Kopierung des Negativs auf ein Positiv entstehen. Die Bearbeitung des Materials erfolgt mit nichtlinearen Schnittsystemen. Ein wirklicher, mechanischer Filmschnitt findet nur in Ausnahmefällen, vor allem zur Restauration kleinerer Schäden statt.

Früher wurde vom Negativfilm eine Arbeitskopie gezogen, mit der am Filmschneidetisch ein tatsächlicher Filmschnitt stattfand. Vorab wurden die einzelnen Filmszenen voneinander getrennt und an einem Filmgalgen vorsortiert. Der Ton, der zuvor vom Schnürsenkel auf Magnetfilm übertragen werden musste, wurde angelegt. Der sich nach der Vorgabe der Arbeitskopie anschließende Schnitt des originalen Negativs musste wegen der Vermeidung von Schrammen und Kratzern sehr sorgfältig ausgeführt werden. Der Ton wurde auf einen separaten Tonfilm übertragen, so dass beim Fernsehen ein solcher Film im so genannten Zweibandverfahren archiviert wurde und auch so zur Sendung gelangte.

Für aktuelle Produktionen wurde in den 70er Jahren 16mm als Umkehrfilm eingesetzt. Dem Nachteil der eingeschränkten Bildqualität stand der Vorteil gegenüber, den Film nur entwickeln zu müssen und sozusagen noch tropfnass – ohne weiteren zeitintensiven Kopierprozess – senden oder bearbeiten zu können.

©BET-Fachwörterbuch 1992-2019. Nur für den persönlichen Gebrauch. Jede weitere Verwertung ist untersagt. Geändert am 12.09.2008

zurück zur Liste