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Digitales Videoeffektgerät

Option eines Bildmischpultes oder eigenständiges Gerät zum direkten Abruf digitaler Videoeffekte, z.B. während einer Live-Sendung. Entsprechende Optionen, Geräte oder auch die Effekte selbst werden oft mit DVE für Digital Video Effects abgekürzt. Je nach Ausbau der Geräte können ein oder mehrere Videobilder unabhängig voneinander in ihrer Größe, Lage und Form mit unterschiedlichen digitalen Videoeffekten manipuliert werden. Dazu werden die Bildpunkte eines Videobildes vollständig in einen Speicher ein- und in einer manipulierten Reihenfolge wieder ausgelesen. Der Vorgang benötigt die Zeit eines Vollbildes und wiederholt sich für jedes Bild, also 25 oder 50 Mal in der Sekunde. Dadurch sind Veränderungen laufender Bilder live möglich. Ein dazu passender Ton muss entsprechend dieser Zeit verzögert werden, um einen Bild/Ton-Versatz zu vermeiden.

Das manipulierte Videosignal wird mit einem ebenfalls im digitalen Videoeffektgerät erzeugten Stanzsignal an einem Bildmischpult mit einem Luma Key in ein anderes Bild eingestanzt. Der Aufwand steigt mit mehrkanaligen Videoeffektgeräten, wie z.B. einem 2-kanaligen oder 3-kanaligen Videoeffektgerät. Diese Geräte müssen nicht nur mehrere Bilder zeitgleich manipulieren, sondern auch die Überdeckung der einzelnen Bilder untereinander aktualisieren, wie dies z.B. bei einem fallenden Würfel, von dem ständig wechselnd drei verschiedene Seiten zu sehen sind, der Fall ist. Die Abfolge eines Effektes wird in der Regel durch auf einer Timeline vorab gespeicherte Keyframes definiert. Für jedes Keyframe ist eine aktuelle Größe, Lage und Form der Videobilder gespeichert. Werden alle Keyframes nacheinander abgespielt, ergeben sich teils komplexe Bewegungsabläufe.

Digitale Videoeffektgeräte waren – ebenso wie Bildmischpulte – auch für die Bearbeitung an linearen Schnittsystemen notwendig, weil auch dort alle Effekte in Echtzeit benötigt werden. Beim nichtlinearen Schnitt werden diese Effekte alle mehr oder weniger schnell berechnet. Digitale Videoeffektgeräte werden dabei nicht mehr benötigt. Solche Effekte sind, ebenso wie die von Bildmischpulten, Teil der Bearbeitungssoftware. Eine Trennung zwischen Effekten, zu denen Bildmischpulte oder digitale Videoeffektgeräte fähig sind, findet dort kaum mehr statt.

©BET-Fachwörterbuch 1992-2018. Nur für den persönlichen Gebrauch. Jede weitere Verwertung ist untersagt. Geändert am 10.03.2016

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