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DCT

1.) Diskrete Cosinus-Transformation. Weit verbreitetes Werkzeug der Videodatenreduktion, basierend auf der Fourier-Analyse. Dabei wird ein digitales Videosignal in Datenblöcke, mit z.B. je 8x8 Bildpunkten, zerlegt. Danach findet eine zunächst verlustfreie Umwandlung der Helligkeitsinformation pro Bildpunkt in eine Frequenzinformation statt. Diese Frequenzen sind nach mathematischen Reihenfolgen so sortiert, dass die Bildinformation eines Blockes mit stetig zunehmenden Frequenzen – und damit Bilddetails – horizontal, vertikal und diagonal beschrieben wird. Durch diese Aufspaltung werden diagonal verlaufende Bilddetails – die das Auge für seinen Schärfeeindruck weniger stark benötigt – für die eigentliche, nachfolgende, verlustbehaftete Datenreduktion greifbar.

Je nach gewünschter Qualitätsstufe und gewähltem Datenreduktionsfaktor können nur grobe oder auch sehr feine diagonale Strukturen übertragen werden. Dieser Vorgang wird irritierenderweise auch quantisieren genannt, was in diesem Falle für „bewerten“ steht und mit der Quantisierung der Digitaltechnik nichts zu tun hat. Das DCT-Verfahren wird sowohl bei JPEG als auch bei MPEG angewandt. Vgl. DWT.

2.) MAZ-Format für SD, das ein digitales Komponentensignal nach dem Standard 4:2:2 und einer 10-Bit-Quantisierung aufzeichnet. Die Datenreduktion arbeitet nach dem JPEG-Standard ähnlichen Verfahren und ergibt mit einem Datenreduktionsfaktor von 2:1 eine Videonettodatenrate von rund 100 Megabits pro Sekunde. Damit werden rund 20 Generationen ohne sichtbaren Qualitätsverlust erreicht. Das Format verarbeitet vier PCM-Töne mit 20 Bits. Die Aufzeichnung geschieht auf sehr große Kassetten mit 19mm breitem Magnetband und einer maximalen Spieldauer von 190 Minuten. Einige Maschinen können Kinofilme im Electronic Film Mastering-Verfahren aufzeichnen und sind daher für die Archivierung besonders geeignet; für den Sendebetrieb wurde das System nicht eingesetzt.

3.) Digital Component Technology. Digitales Komponentensignal.

©BET-Fachwörterbuch 1992-2018. Nur für den persönlichen Gebrauch. Jede weitere Verwertung ist untersagt. Geändert am 19.12.2012

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