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Betacam SP

Analoges MAZ-Format für SD, das nach dem Verfahren der Komponentenaufzeichnung arbeitet. Dabei wird nicht die vollständige Qualität eines Komponentensignals sondern eine Videofrequenzbandbreite von 5 MHz für das Luma-Signal und jeweils 2 MHz für die beiden Farbdifferenzsignale aufgezeichnet. Die dritte bzw. vierte Generation ist sichtbar schlechter als das Original. Es werden insgesamt vier Audiosignale aufgezeichnet. Die Tonqualität der beiden ersten longitudinalen Tonspuren ist durch Dolby C ausreichend. Die Tonspuren drei und vier werden mit dem Bildsignal als so genannte FM-Spuren aufgezeichnet. Sie sind daher nicht getrennt bearbeitungsfähig. Wegen technischer Probleme werden diese Tonspuren in der Praxis nur eingeschränkt genutzt und können auch nicht von allen Maschinen aufgezeichnet und wiedergegeben werden.

Die Aufzeichnung geschieht in Kamerarecordern auf kleinen Kassetten mit einer Spieldauer von maximal 36 Minuten und mit stationären Maschinen auf großen Kassetten mit einer Spieldauer bis zu 110 Minuten. Das Band ist ½ Zoll breit. Betacam SP-Maschinen können Betacam-Bänder wiedergeben.

Das Format ermöglichte bei seiner Einführung 1987 erstmals eine durchgängige Nutzung des analogen Komponentensignals von der Aufzeichnung durch Kamerarecorder bis zur Bearbeitung und Sendung. Betacam SP ist eines der wenigen analogen Formate, das noch in der Praxis eingesetzt wird. Eine analoge Bildaufzeichnung muss gegenüber einer digitalen, wie z.B. mit Digital Betacam, nicht zwangsläufig eine schlechtere Bildqualität bedeuten. In beiden Fällen wird ein Komponentensignal mit gleicher Auflösung nach dem 4:2:2-Verfahren aufgezeichnet. Wenn das Material direkt in ein nichtlineares Schnittsystem übertragen wird und keine Generationen erzeugt werden, kann die Qualität durchaus befriedigend sein.

©BET-Fachwörterbuch 1992-2018. Nur für den persönlichen Gebrauch. Jede weitere Verwertung ist untersagt. Geändert am 10.03.2016

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