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Zeilensprungverfahren

Abtastverfahren von Bildern in elektronischen Kameras. Die Wiedergabe von z.B. 25 Bildern pro Sekunde würde ohne weitere Maßnahmen auf einem Röhrenmonitor zu flimmernden Bildern führen. Eine Übertragung von 50 Vollbildern pro Sekunde mit z.B. jeweils 576 Zeilen könnte zwar das Flimmern vermeiden, würde aber eine doppelt so hohe Videobandbreite erfordern, die bei der Einführung des Fernsehens in den 50er Jahren wirtschaftlich nicht realisierbar war.

Das Zeilensprungverfahren zerlegt daher, z.B. bei der Fernsehnorm 576i/25, die Zeilen jedes der 25 Vollbilder pro Sekunde in zwei so genannte Halbbilder mit jeweils halber Zeilenanzahl. Die beiden Halbbilder werden nacheinander übertragen, so dass dem Auge des Betrachters 50 Ereignisse pro Sekunde geliefert werden und damit die Flimmerfrequenz übersprungen wird. Die Zeilen der beiden Halbbilder werden auf einem Röhrenmonitor ineinander verschachtelt dargestellt, so dass sich mit der Trägheit des Auges und des Monitors der Eindruck eines vollständigen Fernsehbildes mit allen Zeilen ergibt.

Das Zeilensprungverfahren wird bereits in der elektronischen Kamera angewandt. Die Abtastung des zweiten Halbbildes passiert dort 1/50 Sekunde später als die des ersten Halbbildes. Dadurch unterscheiden sich die beiden Halbbilder durch verschiedene Bewegungsphasen voneinander. Diese höhere Bewegtbildauflösung führt gegenüber progressiver Abtastung, wie z.B. bei der Norm 576psF/25, zu einer weniger ruckeligen Wiedergabe schneller Bewegungen vor der Kamera. Nachteilig ist beim Zeilensprungverfahren allerdings, dass diagonale Linien nicht geradlinig, sondern mit einer treppenförmigen Struktur wiedergegeben werden. Dies fällt besonders bei der Wiedergabe eines Standbildes auf und führt im Ggs. zur progressiven Abtastung zu einer Reduzierung der vertikalen Auflösung.

Aus heutiger Sicht ist das Zeilensprungverfahren wegen der beschriebenen Nachteile veraltet. Moderne Displays, wie z.B. Plasma- oder LC-Displays, arbeiten grundsätzlich progressiv. Ankommende Signale, die nach dem Zeilensprungverfahren entstanden sind, müssen daher in ein progressives Signal gewandelt werden, man spricht dabei von Deinterlacing. Dieses Verfahren ist in den meisten Fällen qualitätsmindernd. Eine grundsätzliche Umstellung auf progressive Abtastung ist aber erst dann möglich, wenn es gelingt, 50 statt 25 Vollbilder wirtschaftlich zu übertragen, so dass die Bewegtbildauflösung des bisherigen Zeilensprungverfahrens erreicht wird. Ggs. Progressive Abtastung.






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Geändert am 11.09.2008.